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Freitag, 05 November, 2010 11:15

Eine schwere Zeit für den FCC

Manchmal hofft man auf weite Sprünge, obwohl man sich gewiss ist, dass es wohl mehr Zeit für kleine Schritte ist. So war es auch für uns Spieler. Und natürlich für euch. Wir alle wussten, dass die Saison sehr schwer wird, überrascht seid ihr mit Sicherheit genauso wie wir, dass der Saisonstart so unerwartet schlecht lief. Unser Ziel war es, zu vermeiden, von Anfang an unten im Keller rumzudümpeln. Dieses Ziel, das müssen wir uns eingestehen, haben wir verfehlt.

Dazu kam dann noch der schnelle Trainerwechsel von Jürgen Raab hin zu Wolfgang Frank, der mit Sicherheit nicht unbedingt förderlich für das Selbstvertrauen der Mannschaft war – aber auch wir kennen das Geschäft gut genug um zu wissen, dass dies eben mit dazu gehört.

Soweit. So schlecht.

Optimismus sollte aber dennoch herrschen. Bei uns. Bei Euch.

Optimismus gibt mir – trotz der furchterregenden Serie von sieglosen Spielen – die Tatsache, dass wir zum heutigen Tag nur zwei Punkte Rückstand auf das “rettende Ufer” haben. Zwei Punkte auf den Platz, der für uns das Minimalziel sein muss. Den wir uns genauso schnell herbei wünschen wir ihr. Ich glaube fest daran, dass wir noch eine positive Serie hinlegen, die uns dieses Ziel erreichen lässt.

Das Derby in Erf*** ging zwar verloren, dennoch haben wir gerade dort gezeigt, dass wir eine Mannschaft sind, die versucht, das Beste als Team zu geben. An diesem Tage hat es aber für einen Erfolg nicht gereicht. Als wir nach dem Abpfiff mit hängenden Köpfen Richtung Fankurve gelaufen sind, hatten wir vor allem mit einem gerechnet: Pfiffen. Umso mehr überraschte es uns, dass wir von euch Applaus bekamen. Ihr habt gespürt, dass wir an diesem Tag alles gegeben haben. Das war sehr wichtig für uns. Ihr könnt mir glauben, dass dies nicht nur bei mir für Gänsehaut gesorgt hat.

Diese Scharte können wir nun am 16.11.2010 im Paradies wieder auswetzen. Pokalspiel. Derby. Unser Ziel: Euch den Glauben an uns zurück geben, nachdem ihr in den letzten Wochen, genau wie wir, zumeist mit trauriger Miene aus dem Stadion geschlichen seid. Wir wollen es euch beweisen und euch wieder auf unsere Seite ziehen, denn ob große Sprünge oder kleine Schritte – es geht nur gemeinsam.

Jedem sollte bewusst sein, um was es in unserem Verein geht – einzig und allein um den Klassenerhalt. Das schaffen wir, denn wir haben etwas, was viele Vereine nicht haben – ein großes Fanpotential, welches uns in den entscheidenden Phasen unterstützt und auch Auswärtsspiele wieder zu Heimspielen machen wird.

Am schönsten wäre es natürlich, wenn gleich morgen gegen Babelsberg der Bock umgestoßen wird. Dafür reisen wir heute Nachmittag sogar in ein Hotel. Eine besondere Maßnahme, aber wir sind ja auch in einer besonderen Situation. Einzelgespräche und Videoanalyse stehen an – alles, um die Wahrscheinlichkeit Babelsberg schlagen zu können, zu erhöhen.

Mit Wolfgang Frank zog auch ein neues Zeitalter ins Paradies ein. Zahlreiche Übungen im taktischen Bereich in Theorie und Praxis stehen täglich an; die ausführliche Spielanalyse hilft uns, Fehler nicht zu wiederholen und gute Dinge zu konservieren.

Mich persönlich bedrückt die sportliche Situation im Verein sehr – ihr wisst, wie sehr mir unser FCC am blau-gelb-weißen Herzen liegt. Es ist das dritte Mal in den letzten vier Jahren, dass wir “unten drin hängen”. Was ich in dem Moment in der Mannschaft übernehmen kann ist, dass ich meine positive, mentale Stärke – für euch auch oftmals gar nicht sichtbar – in die Mannschaft einbringen kann. Viele sehen immer nur den Ziege auf dem Platz, den Motzki. Aber das gehört genauso zu mir wie die Fähigkeit, die Mannschaft mit Aktionen und Gesten sprichwörtlich “pushen” zu können.

Von mir selbst habe ich auch eine andere Leistung erwartet, weil ich zu mehr in der Lage bin. Ich bitte euch, auch im Namen der gesamten Mannschaft, um eure Unterstützung, weil wir eben nur dann die Leistung bringen können, die wir uns als Ziel setzen, um erfolgreich zu werden. Das Mentale spielt eine entscheidende Rolle, mehr, als sch die meisten vorstellen können. Alle Fans sollen sich gewiss sein, dass wir unter unserem Cheftrainer extrem hart arbeiten, um aus dieser – verzeiht mir den Ausdruck – beschissenen Situation wieder heraus zu kommen. Wir brauchen euch dafür mehr denn je.

Ich glaube fest daran, dass wir euch mit guten Leistungen im Laufe der Saison für eure zahlreiche Unterstützung danken werden, euch die Hoffnung, mit der ihr uns durch jedes Spiel tragt, zurück geben können. Am besten natürlich schon morgen gegen Babelsberg.

Gemeinsam schaffen wir die Wende. Ich glaube an uns und bitte euch darum, auch Vertrauen ins uns zu haben.

Euer Ziege