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Donnerstag, 18 Juni, 2009 11:11

Sommerzeit – Urlaubszeit

Man erholt sich vom vergangenen Jahr und versucht, Kraft zu schöpfen für das neue. Zeit zum reflektieren, Zeit zum Wunden lecken. Bei mir ist es das sprichwörtlich Blaue Auge, mit dem wir durch den Klassenerhalt am letzten Spieltag in Sandhausen nochmals glimpflich davon gekommen sind. Es ist ein Blaues Auge, das wir uns selbst zugefügt haben. Es ist ein Blaues Auge,
das wir uns alle – und vor allem unseren Fans – gern erspart hätten. Aber nun ist es passiert, und es heißt, daraus zu lernen, das falsch Gelaufene zu korrigieren, sich nicht zweimal die Hände auf der Herdplatte zu verbrennen. Dieser Prozess ist wichtig für den gesamten Verein, aber auch und erst Recht für die Mannschaft. Und ich bin zuversichtlich, dass uns im Nachgang die letzte Saison sogar noch helfen kann. Und damit setze ich nicht auf das Gesetz der Serie, das letztlich immer irgendwann ihr Ende beinhaltet, sondern ich setze auf Prozesse, Ehrgeiz und auch eine gehörige Portion Wut. Wut auf sich selbst, weil man nicht gezeigt hat, was man wirklich drauf hat, wie wertvoll man für die Mannschaft sein kann. Und nicht zuletzt Wut darauf, dass wir in drei Thüringenderbys unseren Fans keinen einzigen Sieg schenken konnten. Gerade das Derby im Pokalfinale tat besonders weh. Die Enttäuschung und teilweise Wut unserer Fans konnte ich absolut nachvollziehen. Wir hatten die Chance, eine total verkorkste Saison am Ende mit dem Klassenerhalt und dem Pokalsieg sogar noch versöhnlich zu gestalten. Eine Chance, die wir trotz bester Voraussetzungen und einer 2:0-Führung binnen einer Viertelstunde aus der Hand gaben. Mit Verlaub – das war einfach nur dämlich!

Nun heißt es, mit unserem neuen alten Trainer René van Eck eine konzentrierte Vorbereitung zu spielen, mit Engagement die Grundlagen für eine Saison zu legen, in die wir unter allen Umständen erfolgreich starten wollen. Ich weiß, dass man uns mit Argusaugen beobachten wird, dass Mannschaft und Trainerteam Druck haben. Und genau darin liegt aus meiner Sicht ein wichtiger Grund, warum ich optimistisch bin, erfolgreich zu sein. Wir haben etwas gut zu machen, und ich habe den Ehrgeiz, zu beweisen, dass wir dazu in der Lage sind. Ich freue mich auf die nächste Saison. Und ich freue mich auf Euch, liebe Fans! Ich weiß, dass ich polarisiere, ich weiß, dass es bei mir nur Schwarz und Weiß gibt. Umso mehr berührt es mich, dass selbst die, die mich scharf kritisieren und womöglich als Spieler ablehnen, immer anerkennen, dass ich mich für diesen Verein einsetzen
werde. Und ist das nicht die wichtigste Gemeinsamkeit, die es geben kann? Ich freue mich darüber, dass Ihr meine Homepage besucht und hoffe, mich in den kommenden Monaten mit weniger nachdenklichen dafür umso erfreulicheren Einträgen bei Euch zu melden.

Euer Ziege